8. Wiener NobelpreisträgerInnen Seminar

Wirtschaft


Das achte Wiener NobelpreisträgerInnenseminar zum Themenschwerpunkt „Wirtschaft“ fand von 14. bis 16. Oktober 2013 in Kooperation mit der Universität Wien, der Wirtschaftsuniversität Wien und der Stadt Wien / Wiener Vorlesungen statt. Die Nobelpreisträger James Heckman, Finn Kydland und Roger Myerson wurden eingeladen.

Am 15. Oktober begann das Seminar mit einer Diskussionsrunde an der Universität Wien, an der Nobelpreisträger, Nachwuchsforscher und Fakultätsmitglieder teilnahmen. Der Tag endete mit einer Festveranstaltung / Wiener Vorlesung und einer Podiumsdiskussion im Wiener Rathaus.

Am nächsten Tag fanden spezialisierte Vorträge und eine Fakultätssitzung an der Wirtschaftsuniversität Wien statt. Das Seminar wurde mit “Meet the Laureates - Innovation for Industry” in der Sky Lounge der Österreichischen Wirtschaftskammer fortgesetzt und schloss mit einer Podiumsdiskussion über "Stärkung Europas: Bildung, Innovation, Unternehmertum" im Haus der Industrie ab.

Die Mitglieder des Scientific Advisory Board 2013 waren Alexander von Gabain, Gerhard Sorger und Barbara Sporn.

NobelpreisträgerInnen 2013


James Heckman © Michael Spindler, Beck & Friends

James J. Heckman

James J. Heckman wurde 1944 in Chicago, Illinois, in den USA geboren. Er erhielt im Jahr 2000 zusammen mit Daniel McFadden

den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften für die Entwicklung von Theorien und Methoden zur Analyse selektiver Stichproben.

James Heckman studierte an der Princeton University und lehrt seit 1973 an der University of Chicago. Er leitet das Center for Social Program Evaluation an der Harris School for Public Policy, unterrichtet am University College Dublin und ist Senior Research Fellow der American Bar Foundation.

Die Arbeiten von James Heckman beschäftigen sich mit der Anwendung mikroökonometrischer Methoden auf Probleme, bei denen die vorhandenen Daten die Grundgesamtheit nicht korrekt repräsentieren. Probleme der verzerrten Selektion können durch die Regeln der Datenerhebung entstehen oder durch ökonomische Anreize, denen die beobachteten Wirtschaftssubjekte ausgesetzt sind. Die von James J. Heckman entwickelten Verfahren ermöglichen die einfache Erkennung und Behebung von Fehlern und Fehlinterpretationen, die auf derartige Selektionsprozesse zurückzuführen sind.

© Finn Kydland

Finn E. Kydland

Finn E. Kydland wurde 1943 in Gjesdal, Norwegen geboren und erhielt 2004 gemeinsam mit Edward Prescott den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften für seine Arbeiten zur dynamischen Makroökonomie.

Finn Kydland studierte an der Norwegian School of Economics and Business Administration und erhielt sein Doktorat an der Carnegie Mellon University, wo er von 1977 bis 2004 auch unterrichtete. Derzeit ist er Henley Professor of Economics an der University of California in Santa Barbara.

Finn Kydland beschäftigt sich in seiner Forschung mit der Theorie realer Konjunkturzyklen (RBC- Theorie), die reale Schocks in der Wirtschaft als Auslöser für Konjunkturschwankungen betrachtet. Finn Kydland und Edward Prescott untersuchten die Auswirkungen von technologischen Veränderungen in der Produktion, wie zB. Innovationen, Umwelt- und Sicherheitsbestimmungen auf das Wirtschaftswachstum. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass diese Veränderungen die Produktion und die Beschäftigung beeinflussen und in weiterer Folge Konjunkturschwankungen hervorrufen.

Roger-Myerson.jpg Roger Myerson © University of Chicago

Roger B. Myerson

Roger B. Myerson wurde 1951 in Boston, Massachusetts, in den USA geboren und erhielt 2007 gemeinsam mit Leonid Hurwicz und Eric Maskin den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften für Arbeiten zur Gestaltung optimaler ökonomischer Mechanismen.

Roger Myerson studierte Mathematik an der Universität Harvard. Er war als Dozent und später als Professor an der Northwestern University tätig. Parallel dazu arbeitete er als Gast am Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF) in Bielefeld. Heute ist er „Glen A. Lloyd Distinguished Service Professor of Economics“ an der University of Chicago.

Die Theorie der Gestaltung ökonomischer Mechanismen wurde von Leonid Hurwicz begründet und von Eric Maskin und Roger Myerson maßgeblich erweitert. Roger Myerson ist insbesondere dafür bekannt, dass er das Revelation Principle in einem sehr allgemeinen Rahmen bewiesen und auf zahlreiche ökonomisch relevante Situationen wie z.B. Auktionen oder Marktregulierung angewendet hat. Aufgrund des Revelation Principle kann man sich bei der Gestaltung optimaler Mechanismen (Verträge, Institutionen, etc.) in Situationen mit unvollständiger Information auf diejenigen Mechanismen beschränken, bei denen die Vertragsparteien ihren jeweiligen Typ wahrheitsgemäß preisgeben.