6. Wiener NobelpreisträgerInnen Seminar

Physik


Das sechste Wiener NobelpreisträgerInnenseminar wurde im Rahmen einer Festveranstaltung / Wiener Vorlesung am 11. Oktober 2011 eröffnet. Die Nobelpreisträger Theodor Hänsch, Gerardus 't Hooft und George Smoot hielten Vorträge zum Themenschwerpunkt „Physik“. Die Veranstaltung endete mit einer Podiumsdiskussion.

Am 12. Oktober hielten die Laureaten Fachvorträge an der Technischen Universität Wien und der Universität Wien und stellten sich den Fragen des Publikums.

Laborbesuche an beiden Universitäten standen am 13. Oktober auf dem Programm. Das Seminar schloss mit “Meet the Laureates - Innovation for Industry” in der Sky Lounge der Wirtschaftskammer Österreich.

Die Mitglieder des Scientific Advisory Board 2011 waren Gerald Badurek, Christoph Dellago und Felicitas Pauss.

NobelpreisträgerInnen 2011


Theodor Hänsch © Friedrich Schmidt, LMU München

Theodor Hänsch

Theodor Hänsch wurde 1941 in Heidelberg geboren und erhielt 2005 den Nobelpreis für Physik für die Entwicklung der laserbasierten Präzisionsspektroskopie.

Er schloss sein Doktorat der Physik an der Universität Heidelberg ab und wechselte sodann an die Stanford University in den USA, wo er als Professor für Physik arbeitete. Seit 1986 lehrt Theodor Hänsch an der Ludwig-Maximilians-Universität München und ist zudem Direktor des dortigen Max-Planck-Instituts für Quantenoptik.

Theodor Hänsch gilt als einer der Pioniere auf dem Gebiet der experimentellen Laserphysik und der Quantenoptik. Seine Experimente ermöglichen Präzisionsmessungen von bisher unbekannter Genauigkeit und tragen in hervorragender Weise dazu bei, Naturkonstanten zu bestimmen und die physikalischen Grundgesetze kritisch zu überprüfen.

Zu seinen wichtigsten Forschungsarbeiten zählt der Frequenzkamm. Dadurch werden bedeutsame Anwendungen für die Nachrichtentechnik eröffnet, da die Übertragungskapazität von Glasfaserleitungen durch eine dichtere Belegung mit Kommunikationskanälen deutlich erhöht wird. Auch die Positionsbestimmung mittels Satelliten-Navigationssystemen kann wesentlich verbessert werden.

Gerardus ‘t Hooft © Ivar Pel Fotografie

Gerardus 't Hooft

Gerardus ’t Hooft, geboren 1946 in Den Helder in den Niederlanden, bekam 1999 den Nobelpreis für Physik für entscheidende Beiträge zur Quantenfeldtheorie der elektroschwachen Wechselwirkung verliehen.

Er studierte Physik und Mathematik an der Universität Utrecht und ging danach für zwei Jahre als Fellow an die Europäische Organisation für Kernphysik CERN in Genf. Nach weiteren Forschungsaufenthalten in Harvard und Stanford, USA, wurde er 1977 Professor an der Universität Utrecht.

Gerardus ’t Hooft lieferte wesentliche Beiträge zum theoretischen Verständnis der Theorien der Naturkräfte. Seine wichtigste Leistung ist der Beweis der Renormierbarkeit von Yang-Mills-Theorien mit spontaner Symmetriebrechung. Diese Tatsache ist ein Pfeiler des Standardmodells der Elementarteilchenphysik.

Weitere bedeutende Arbeiten zum Confinement von Quarks, zu Instantonen sowie zu Anomalien in der Quantenfeldtheorie zeichnen das Wirken von Gerardus ’t Hooft aus. In letzter Zeit beschäftigt sich Gerardus ’t Hooft mit fundamentalen Aspekten der Quantentheorie und der Quantengravitation.

George Smoot © The Regents of the University of California, Lawrence Berkeley National Laboratory

George F. Smoot

George F. Smoot, geboren 1945 in Yukon, Florida, wurde 2006 für bahnbrechende Messungen der kosmische Hintergrundstrahlung mit dem Nobelpreis für Physik ausgezeichnet.

Er studierte Mathematik und Physik am Massachusetts Institute of Technology. Seit 1970 gehört George F. Smoot der Universität von Kalifornien in Berkeley und dem Lawrence Berkeley National Laboratory an.

George F. Smoot ist renommierter Astrophysiker und Kosmologe, dessen Forschungsschwerpunkt die kosmische Hintergrundstrahlung darstellt. Diese stammt von der Hitze des frühen Urknalls und gehorcht, bis auf eine signifikante Anisotropie, dem Strahlungsgesetz eines schwarzen Körpers. Daraus lassen sich Rückschlüsse auf Dichteschwankungen kurz nach Entstehung des Universums ziehen und das heutige Erscheinungsbild des Alls - mit seinen Galaxienhaufen und riesigen Regionen weiter Leere - verstehen.

George F. Smoot betreibt zurzeit die PLANCK and SNAP Missionen, die der verfeinerten Untersuchung der kosmischen Hintergrundstrahlung sowie der Erforschung der Dunklen Energie dienen.



Auftragskomposition

Eva Reiter

Geboren in Wien, studierte Eva Reiter Blockflöte und Viola da Gamba an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. Gegenwärtig gibt sie Konzerte als Solistin sowie Auftritte mit verschiedenen Barockorchestern, dem Ensemble Mikado, Le Badinage, Unidas und Ensembles für zeitgenössische Musik.

Sie erhielt 2008 den "Publicity Preis" der SKE und den Förderungspreis der Stadt Wien, den Queen Marie José International Composition Prize 2008 sowie weitere Auszeichnungen. Eva Reiters Kompositionen wurden auf internationalen Festivals aufgeführt.

Das Sechste Wiener NobelpreisträgerInnenseminar präsentiert die Weltpremiere ihrer Komposition "Irrlicht" für Stimme und Ensemble.

Interpreten:
Theresa Dlouhy, Sopran
Thomas List, Blockflöte
Katharina Lugmayr, Blockflöte
Maja Osojnik, Blockflöte
Eva Reiter, Blockflöte und Viola da gamba